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Forex FED-Leitzins-Frage - Federal Reserve-Zinsschritt und EUR/USD-Trading

Sep 16, 2015

FED-Leitzins – Federal Reserve und Yellen-Entscheidung bei Anleihen und Devisen eingepreist

Die Stimmung an den Märkten wird angespannter. Zu der Besorgnis um die Konjunkturschwäche Chinas gesellt sich die Frage, wann nun der Leitzins in den Vereinigten Staaten angehoben wird. Der mit Spannung erwartete 17. September teilte selbst die Zinsexperten in einer neuerdings veröffentlichten Bloomberg-Umfrage in zwei gleich große Lager.

Während 50 Prozent der Befragten mit einer stufenweisen Erhöhung des Zinssatzes auf 0,5 Prozentpunkte rechnen, gab die andere Befragtenhälfte an, sie spekuliere eher auf den gleichbleibenden Zinssatz. Eines ist sicher: Die amerikanische Notenbank hinkt im internationalen Zinsumfeld den anderen Zentralbanken hinterher, sie hat zu lange gezögert. Ist der Medienrummel um die Zinsfrage berechtigt?

Eigentlich kaum, denn die Notierungen am Devisenmarkt, noch mehr die an den Anleihemärkten, zeugen bereits vom vollzogenen Zinsschritt. Die Signalwirkung der Anleihemärkte mit ihren steigenden Renditen ist kaum zu übersehen. Was den FX-Bereich betrifft, ein Wiedererstarken des US-Dollars könnte in den kommenden Monaten an der Tagesordnung sein, die Zeit des Commission-Eating-Handels sollte vorerst überwunden werden.

FED in Zwickmühle – US-Industrie vs. Euro-Raum: Währungskrieg ausgeweitet

Dabei kann die amerikanische Industrie momentan nicht gerade mit guten Daten strotzen. Die amerikanische Exportwirtschaft steht vor einem Problem im internationalen Währungskrieg. Schenkt man offiziellen Berichten Glauben, so gibt es keinen Währungskrieg. "Inoffiziell" sieht es aber so aus, dass seitens der amerikanischen Multis ein Großteil der Umsätze im Ausland erwirtschaftet wird. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung seitens der US-Notenbank wird kleiner, die FED steckt somit in einer Zwickmühle.

Der Blick nach Europa, insbesondere in Richtung GIPS-Staaten macht es deutlicher. Der noch schwächer werdende Euro könnte ein richtig wohltuende Wirkung für Länder wie Italien oder Spanien haben und ihre Wettbewerbsfähigkeit kräftig aufpolieren. Draghis Kalkül ist somit, zumindest was die Makrofrage betrifft, nicht gerade verkehrt.

Deflation ist so ein Thema. Einige, wie der EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny machen die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten in den Emerging Markets dafür verantwortlich.

US-Leitzins-Frage – EUR/USD im Licht des FED-Zinsschritts

EUR/USD notiert gegenwärtig in der Nähe der 1,2500-Marke. Wie bereits erwähnt, eine Erhöhung des Leitzins würde für einen stärkeren US-Dollar sorgen. Auch wenn dies nichts sofort geschieht, im mittelfristigen Bereich wird der Euro vermutlich abwerten.

Staatsschulden – Notenbank-Bilanzen aufgebläht, Wirtschaftswachstum lahmt

Die Bilanzen der Notenbanken sind bereits sehr aufgebläht. Für das QE-Programm der EZB, Quantitative Easing, besteht kaum noch Spielraum. Zudem kommt eine starke Verschuldung der Staatshaushalte hinzu. Eine zusätzliche Schuldenaufnahme wäre sowohl für die meisten EU-Staaten als auch für die Vereinigten Staaten fatal.

Das Wachstum der Produktivität lässt zu wünschen übrig, so dass die Wirtschaft nicht in dem Maße wachsen will, wie es eigentlich notwendig wäre. Summa summarum: Die globalen Ökonomien stehen vor einem ernsten Problem.

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